Medizinische Rehabilitation

Medizinische Rehabilitation wird ganztägig ambulant oder stationär erbracht. Im Allgemeinen sollen ambulante Leistungen vorrangig eingesetzt werden.

Ziel ist die Vermeidung bzw. Verminderung von Behinderungen und Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit bzw. Pflegebedürftigkeit.

Voraussetzungen:

  1. in der Regel Antragstellung durch die Versicherten beim Reha-Träger
  2. ärztliche Stellungnahme
  3. Prüfung und Entscheidung durch den Reha-Träger vor Inanspruchnahme

Es gilt:

  • Versicherte haben ein Wunsch- und Wahlrecht der Behandlungseinrichtung
  • die abschließende Entscheidung über Einrichtung und Leistungsumfang trifft der Reha-Träger
  • Versicherte haben ein Widerspruchsrecht bei Ablehnung des Reha-Antrags (formlos; Frist: innerhalb eines Monats nach Bescheiderhalt)
 

Zwischen zwei Maßnahmen müssen in der Regel 4 Jahre Wartezeit liegen.

Ausnahmen für kürzere Abstände – ärztlich begründete Dringlichkeit, z. B.:

  • deutliche Verschlechterung aufgrund gleicher gesundheitlicher Ursachen
  • neue Krankheiten, die zu relevanten Einschränkungen führen

Hinweise zur Antragstellung:
Die Wahrscheinlichkeit der Bewilligung erhöht sich durch eine auf die Betroffenen und die Ziele des Leistungsträgers (z. B. Erwerbsfähigkeit bei der Gesetzlichen Rentenversicherung) zugeschnittene, detaillierte, ärztliche Begründung der Notwendigkeit der medizinischen Rehabilitation (Reha) – nämlich Angaben über:

  1. den Bedarf wegen Einschränkungen im Alltag und Beruf trotz ausgeschöpfter ambulanter Therapie
  2. die Fähigkeit und Motivation zur aktiven Teilnahme an der Reha mit täglich mehrstündigen Interventionen
  3. konkrete Ziele mit positiver Prognose der Zielerreichung
Klären Sie mit den Beschäftigten vor der Reha-Beantragung die Zielstellung (z. B. bessere Mobilität, Erwerbsfähigkeit) und mögliche Inhalte der täglich mehrstündigen Behandlung mit aktiver Beteiligung.
Rehabilitation ist keine Kur.

Exemplarische Darstellung der „Bausteine der medizinischen Rehabilitation“

 

Individuelles Rehaprogramm 16.08.2012 links

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mitwirkung der Betroffenen im Reha-Prozess:

 

Bei Kontaktaufnahme zum Unternehmen (Betriebsärztinnen/-ärzte, Arbeitgeberinnen/-geber usw.) und/oder zu primär behandelnden Haus-/Fachärztinnen und -ärzten ist eine Aufklärung über Datenaustausch und Datenschutz notwendig.

 

Daher ist es unverzichtbar, die Patientinnen/Patienten während der Reha entsprechende Einverständniserklärungen unterzeichnen zu lassen.

Leistungen zur medizinischen Reha sind nachhaltig wirksam, wenn sie in ein langfristiges Konzept eingebunden sind. Der Reha-Bedarf sollte frühzeitig erkannt werden, Leistungen sollten zum richtigen Zeitpunkt erfolgen und durch nachfolgende Therapien unterstützt werden. [ Nachsorge ]

 

Weitere Informationen:

→ Broschüre „Einbindung von Betriebs- und Werksärztinnen und -ärzten in den Rehabilitationsprozess“ der Deutschen Rentenversicherung Nord

→ Checklisten zur Feststellung von Rehabilitationsbedarf (bei somatischen und psychosomatischen Erkrankungen) der Deutschen Rentenversicherung Nord

→ Antragspaket Leistungen zur medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung Bund

→ www.arbeitskreis-gesundheit.de: Der Weg zur Rehabilitation – Rehabilitation, Anschlussheilbehandlung, Vorsorge und Mutter/Vater - Kind Maßnahmen im Überblick